Song · Licht im Riss

Wo warst du Gott? (Schmerz und Gottes Schweigen)

jesusTALK·2025

Wo warst du Gott? (Schmerz und Gottes Schweigen)
Höre dir das ganze Album an

Audio

Wo warst du Gott? (Schmerz und Gottes Schweigen)

0:000:00

Klick auf lädt YouTube. Damit akzeptierst du die YouTube-Datenschutzhinweise.

Song-Info

Interpret
jesusTALK
Album
Licht im Riss
Jahr
2025
Track
#4
ISRC
QZWFN2599949

Kannst du auch hören auf

Teilen

Liedtext

Sie sagten Gott hat alles in der Hand Doch wo warst du als man mich brach Als kalte Hände Unschuld nahmen Und niemand sah wie ich zerfiel Ich betete doch fand nur Stille Ein Kinderherz das Hilfe schrie Doch alle sagten du warst es Dabei warst du's nie du warst es nie Du hast nicht genommen Du hast getragen Der Feind hat geraubt Doch du hast bewahrt Wo warst du Gott ich war so allein Doch du warst da im tiefsten Schrei Nicht der Täter nicht der Dieb Du warst das Licht das ich nicht sah Du warst da im Schmerz versteckt Hast nicht zerstört du hast bedeckt Und jetzt da ich dich endlich seh Heil ich weil ich versteh Ich suchte Gründe suchte Schuld Und glaubte Lügen viel zu lang Dass du der warst der mich verlassen Doch du warst bei mir mein Leben lang Sie zitierten Hiob sagten blind Der Herr hat genommen sein Wille gescheh Doch ich erkenne jetzt den Betrug Der Feind zerstört doch du gehst mit Der Herr hat gegeben Der Feind hat geraubt Ich war gebrochen Doch du warst treu Wo warst du Gott ich war so allein Doch du warst da im tiefsten Schrei Nicht der Täter nicht der Dieb Du warst das Licht das ich nicht sah Du warst da im Schmerz versteckt Hast nicht zerstört du hast bedeckt Und jetzt da ich dich endlich seh Heil ich weil ich versteh

Über den Song

Das schwierigste Thema des Albums. Wo war Gott in dem Moment, als der Schmerz kam? Warum hat er geschwiegen?

Jesaja 45,15: „Fürwahr, du bist ein verborgener Gott, du Gott Israels, der Heiland." Im hebräischen Original: aken atah el mistater (אָכֵן אַתָּה אֵל מִסְתַּתֵּר) — „fürwahr, du bist ein sich-verbergender Gott". Das ist nicht nur Stilfigur. Es ist Aussage über Gottes Wesen: er verbirgt sich manchmal. Bewusst.

Warum? Antwort gibt es im Buch Hiob, das fast vollständig aus Gottes Schweigen besteht. Hiob klagt 37 Kapitel lang. Gott antwortet in Kapitel 38 — aber nicht mit Erklärungen, sondern mit Gegenfragen. „Wo warst du, als ich die Erde gründete?" (Hiob 38,4). Gott rechtfertigt sich nicht. Er offenbart sich als der unendlich Größere.

Mike's Track stellt die Frage, die viele Christen tief innen drinnen tragen, aber nicht stellen dürfen: Wo warst du, Gott? Es wird oft so getan, als ob diese Frage Unglaube wäre. Aber sie ist die ehrlichste Glaubens-Frage überhaupt. Sie setzt voraus, dass es einen Gott gibt, der hätte da sein können. Sie setzt voraus, dass er angerufen werden kann.

Yeshuas eigene letzte Worte enthielten diese Frage (Mt 27,46): „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Wer diese Frage in Krisen stellt, befindet sich in bester Gesellschaft — er steht mit dem Sohn Gottes selbst. Das ist nicht Unglaube. Das ist Glaube in seiner radikalsten Form.

Mike's Track gibt keine schnelle Antwort. Er hält den Schmerz aus. Das ist seine Größe. Er sagt nicht „Gott hat einen Plan" (eine billige Floskel). Er sagt nicht „Du musst nur mehr glauben" (eine Beschuldigung). Er weint mit. Römer 12,15: „Weint mit den Weinenden." Mike's Track weint mit. Manchmal ist das die einzig richtige Theologie.