Album · 10 Tracks

Licht im Riss

jesusTALK·2025

Licht im Riss

Album · 10 Tracks

Licht im Riss

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Liedtext · Track 1

Wo warst du Gott? (Schmerz und Gottes Schweigen)

Sie sagten Gott hat alles in der Hand
Doch wo warst du als man mich brach
Als kalte Hände Unschuld nahmen
Und niemand sah wie ich zerfiel
Ich betete doch fand nur Stille
Ein Kinderherz das Hilfe schrie
Doch alle sagten du warst es
Dabei warst du's nie du warst es nie
Du hast nicht genommen
Du hast getragen
Der Feind hat geraubt
Doch du hast bewahrt
Wo warst du Gott ich war so allein
Doch du warst da im tiefsten Schrei
Nicht der Täter nicht der Dieb
Du warst das Licht das ich nicht sah
Du warst da im Schmerz versteckt
Hast nicht zerstört du hast bedeckt
Und jetzt da ich dich endlich seh
Heil ich weil ich versteh
Ich suchte Gründe suchte Schuld
Und glaubte Lügen viel zu lang
Dass du der warst der mich verlassen
Doch du warst bei mir mein Leben lang
Sie zitierten Hiob sagten blind
Der Herr hat genommen sein Wille gescheh
Doch ich erkenne jetzt den Betrug
Der Feind zerstört doch du gehst mit
Der Herr hat gegeben
Der Feind hat geraubt
Ich war gebrochen
Doch du warst treu
Wo warst du Gott ich war so allein
Doch du warst da im tiefsten Schrei
Nicht der Täter nicht der Dieb
Du warst das Licht das ich nicht sah
Du warst da im Schmerz versteckt
Hast nicht zerstört du hast bedeckt
Und jetzt da ich dich endlich seh
Heil ich weil ich versteh

Über das Album

„Licht im Riss" ist Mike's wohl persönlichstes Album. 10 Tracks, die nicht beschönigen, nicht glätten, nicht trösten mit billiger Salbe. Sie gehen in die Risse — in die Stellen, an denen das Leben nicht funktioniert, an denen Vergebung weh tut, an denen Gott zu schweigen scheint, an denen Vater-Wunden, Trauma, Einsamkeit echt sind. Und sie lassen Licht hinein.

Der Titel ist ein Zitat aus Leonard Cohens „Anthem": „There is a crack in everything — that's how the light gets in." Mike's theologische Version: die Risse sind nicht Defekte, durch die Gott trotzdem wirkt — sie sind die Türen, durch die er kommt. Wer das versteht, hat aufgehört, seine Risse zu verstecken.

Track 1 „Wenn's brennt (Zorn verstehen)" bricht ein Tabu auf: Zorn ist keine Sünde. Epheser 4,26: „Zürnt ihr, so sündigt nicht." Es gibt einen heiligen Zorn — Yeshua hatte ihn (Joh 2,15, Mk 3,5). Was Sünde ist: den Zorn nicht versteht, ihn unterdrückt, ihn explodieren lässt. Dieser Song hilft, ihn zu hören, statt sich von ihm beherrschen zu lassen.

„Wenn keiner zuhört (Einsamkeit im Licht)" spricht das Unaussprechliche aus: das Alleinsein, das gerade dann am tiefsten brennt, wenn man unter Menschen ist. Aber: Gott hört. Selbst wenn keiner zuhört, hört er. Psalm 139,1-4 ist die theologische Hintergrund: „HERR, du erforschst mich und kennst mich… meine Worte hast du schon gehört, ehe sie über meine Lippen kommen."

„Ich war nie genug (Das Versagen aus Gottes Sicht)" ist die Befreiung von der Leistungs-Falle. Religiöse Stimmen sagen: „Wenn du genug wärst, bräuchtest du Gott nicht." Mike's Antwort: Du warst nie genug — und das war nie das Problem. Gott hat dich nicht erschaffen, damit du genug bist. Er hat dich erschaffen, damit er für dich genug ist. 2. Korinther 12,9: „Meine Gnade genügt dir." Genug ist nicht dein Ergebnis. Es ist seine Aussage.

„Wo warst du, Gott? (Schmerz und Gottes Schweigen)" ist Klage-Theologie im besten alttestamentlichen Sinn. Die Psalmen sind voll davon — Psalm 22,2: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Yeshua selbst zitierte diesen Vers am Kreuz (Mt 27,46). Die Klage ist nicht Unglaube. Sie ist die ehrlichste Form des Vertrauens: du sprichst zu dem, an dem du gerade zweifelst — weil du tief weißt, dass er hört.

„Streitkultur (Warum wir uns nicht zuhören)" bringt das Beziehungs-Drama ins Spiel. Jakobus 1,19: „Jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn." Im Neuen Bund ist Streit nicht das Problem — schlechter Streit ist das Problem. Wer lernt zuzuhören (wirklich), löst die meisten Konflikte automatisch.

„Vergebung tut weh (Und heilt doch alles)" entlarvt eine billige christliche Lüge. Vergebung tut nicht nicht weh — sie tut doch weh. Aber sie heilt mehr als sie schmerzt. Mike unterscheidet zwischen vergeben (eine Willens-Entscheidung) und vergessen (ein Gefühls-Ergebnis). Du kannst vergeben, ohne zu vergessen — und gerade das macht Vergebung echt.

„Ich und mein Spiegelbild (Identität im Neuen Bund)" ist die innere Korrektur. 2. Korinther 5,17 — „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden." Der Spiegel zeigt manchmal das Alte. Der Geist zeigt das Neue. Wer regelmäßig sein neues Selbst sieht, fällt seltener auf das alte Spiegelbild herein.

„Du hast nicht gehalten, was du versprachst" ist die unausgesprochene Klage gegen falsche Lehrer, gegen enttäuschende Eltern, gegen Verträge, die gebrochen wurden. Mike's Antwort: einer hält, was er verspricht — und nur einer. Jeder andere wird irgendwann enttäuschen. Wer das akzeptiert, fängt an, am Verlässlichen festzuhalten statt am Vergänglichen.

„Mein Vater, mein Trauma (Die Wunde in der Herkunft)" ist das tiefste Stück des Albums. Viele Menschen können „Vater Gott" nicht hören, weil das Wort „Vater" mit Schmerz besetzt ist. Mike spricht das aus — und stellt es nebeneinander: dein irdischer Vater hat dich vielleicht versagt. Dein himmlischer Vater ist anders. Psalm 27,10: „Mein Vater und meine Mutter verlassen mich, aber der HERR nimmt mich auf." Das ist Heilung — wenn die Herkunfts-Wunde aufgedeckt wird und der wahre Vater hineintreten darf.

Track 10 „Ich glaubte fast nicht mehr (Der letzte Lichtblick)" schließt das Album mit Hoffnung — aber Hoffnung, die durchs Feuer gegangen ist. Markus 9,24: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!" Das ist kein Widerspruch. Das ist echter Glaube. Der Vater verkraftet deinen Unglauben. Was er braucht, ist deine Ehrlichkeit. Wer das Album bis hierher gehört hat, hat verstanden: Mike ist kein Verkäufer von oberflächlicher Heiterkeit. Er ist Begleiter durch die Risse — bis das Licht durch sie fällt.