Psalm 22,2 — die Klage, die Yeshua am Kreuz auf Aramäisch wiederholte: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich heule, aber meine Hilfe ist ferne." Im hebräischen Original: Eli, Eli, lama azavtani (אֵלִי אֵלִי לָמָה עֲזַבְתָּנִי).
Das ist die alttestamentliche Klage über die Verlassenheit von Gott. Aber bemerkenswert: David schreibt diese Klage als Gebet. Selbst im tiefsten Gefühl der Verlassenheit spricht er weiter zu Gott. Das ist die Pointe: Klage ist Gebet. Auch die ehrlichste Klage ist Gebet.
Mike's Track-Titel „Wenn keiner zuhört (Einsamkeit im Licht)" verbindet zwei scheinbar widersprüchliche Begriffe. Einsamkeit ist normalerweise mit Dunkelheit verbunden. Aber Mike weist auf eine besondere Form: die Einsamkeit, die im Licht entsteht. Wenn du etwas gesehen hast (die Wahrheit, die Realität, die Notwendigkeit), und niemand um dich versteht, was du gesehen hast — das ist Einsamkeit im Licht.
Yeshua kannte diese Einsamkeit. Selbst seine engsten Jünger haben oft nicht verstanden, was er sagte (Joh 14,9 zu Philippus: „So lange bin ich bei euch, und du kennst mich nicht?"). Am Kreuz war er buchstäblich allein. Sogar der Vater hatte ihn (im Sinne der Bündel-Tragung der Sünde) verlassen.
Mike's Track ist Trost für die, die sich verstanden fühlen müssten, aber es nicht werden. Vielleicht von Eltern, die nie nachfragen. Von Freunden, die immer nur ihre eigenen Themen haben. Von Gemeinden, die formal alles haben, aber niemanden, der wirklich hört. Hebräer 4,15: „Wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte Mitleid haben mit unsrer Schwachheit." Yeshua hört. Wenn alle anderen taub sind, hört er. Das ist die Einsamkeit-im-Licht-Bewältigung: nicht durch menschliches Verstandenwerden, sondern durch das Zuhören dessen, der dich kennt.
