Pfingsten ist im modernen Christentum oft das missverstandenste Fest. Viele kennen Weihnachten (Geburt), viele kennen Ostern (Auferstehung) — aber Pfingsten? Was da genau passiert ist, wissen die wenigsten.
Auf Griechisch heißt das Fest Pentēkostē (Πεντηκοστή) — wörtlich „der fünfzigste [Tag]". Es war ursprünglich das jüdische Wochenfest Schavuot (שָׁבוּעוֹת — „Wochen"), das 50 Tage nach Pessach gefeiert wurde. 2. Mose 23,16 und 3. Mose 23,15-21 etablieren es: ein Ernte-Fest, sieben Wochen nach der ersten Frucht.
Apostelgeschichte 2 ist der Pfingst-Moment des Neuen Bundes. Die Jünger waren im Obergemach versammelt — nicht weil sie auf Pfingsten warteten, sondern weil Yeshua ihnen gesagt hatte (Apg 1,4-5): „Wartet auf die Verheißung des Vaters … ihr werdet mit dem Heiligen Geist getauft werden in nicht vielen Tagen." Sie wussten nur: warten. Was kommen würde, konnten sie nicht vorhersehen.
Was geschah, war die Geburt der Gemeinde Christi. Apg 2,2-4: „Es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind … Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer … und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen." Ab diesem Moment war das, was Yeshua versprochen hatte (Joh 14,17), Realität: der Heilige Geist wohnt in dir.
Mike's Track stellt die Frage: warum Pfingsten? Die theologische Antwort: weil ohne Pfingsten der Neue Bund nicht implementiert wäre. Yeshua hat ihn am Kreuz geschlossen (sein Blut: Mt 26,28). Aber er wird in dir erst durch das Pfingst-Geschehen wirklich. Geist Gottes in dir ist die juristische Implementierung des neuen Bundes. Wer nicht den Geist hat (Röm 8,9), ist nicht Christi. Pfingsten ist das, was die Sohnschaft praktikabel macht.
