Epheser 5,14 — die liturgische Aufweck-Formel der frühen Christen: „Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird Christus dir leuchten." Im griechischen Original: égeire ho katheúdōn, kaì anásta ek tōn nekrōn, kaì epiphaúsei soi ho Christós (ἔγειρε ὁ καθεύδων, καὶ ἀνάστα ἐκ τῶν νεκρῶν, καὶ ἐπιφαύσει σοι ὁ Χριστός).
Bemerkenswert: Paulus richtet diesen Imperativ nicht an Ungläubige, sondern an die Gemeinde von Ephesus. An Menschen, die längst Christus angenommen hatten. Aber sie waren in einen geistlichen Dauerschlaf verfallen — sie waren im Christentum, ohne wach zu sein. Diese Diagnose ist heute massiver als damals.
Mike's Track ist das musikalische Echo dieser Formel. Mike's spezifische Pointe: viele Christen sind heute nicht im Schlaf der Sünde, sondern im Schlaf der Religion. Sie tun alles richtig (Kirche, Bibel, Gebet), aber das Feuer ist aus. Sie sind technisch Christen, geistlich aber in einer Art geistlichem Wachkoma.
1. Thessalonicher 5,6 ergänzt: „So lasst uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein." Wachen heißt im NT nicht: ständig aktiv sein. Wachen heißt: geistliche Wahrnehmung haben. Den Zeitgeist erkennen. Den Heiligen Geist hören. Die Bewegungen Gottes spüren. Nicht passiv vor dem TV (oder Smartphone) dahindämmern.
Praktisch wach werden: still werden vor Gott (1. Kön 19 — die leise Stimme bei Elia). Bibel lesen, bis sie zu dir spricht (nicht nur Pflicht erfüllen). Aufhören, mit dem Strom mitzuschwimmen, weil es bequem ist. Anfangen, Dinge zu tun, die der Geist sagt — auch wenn sie unbequem sind. Wer das macht, wacht auf. Wer es nicht macht, bleibt schlafend. Mike's Track ist der Wecker. Die Frage ist nur: hörst du ihn oder drehst du dich um.
