Epheser 5,14 als Aufruf: „Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird Christus dir leuchten!" Im griechischen Original: égeire ho katheúdōn, kai anásta ek tōn nekrōn, kai epiphaúsei soi ho Christós (ἔγειρε ὁ καθεύδων, καὶ ἀνάστα ἐκ τῶν νεκρῶν, καὶ ἐπιφαύσει σοι ὁ Χριστός). Ein dreifacher Imperativ: Wach! Steh! Empfange das Licht!
Paulus spricht hier nicht zu Ungläubigen. Er spricht zu Gläubigen in Ephesus, die geistlich in einen Dauerschlaf verfallen sind. Sie sitzen in der Versammlung, nicken bei der Predigt — aber das Feuer ist aus. Der Geist ist da, aber ungenutzt. Das ist im Neuen Bund nicht tragbar.
Die Schriftgelehrten haben lange diskutiert, ob Epheser 5,14 ein direktes Zitat aus einem frühchristlichen Aufweck-Lied ist — eine Art liturgische Formel, die in den ersten Gemeinden bei Taufen oder Pfingst-Feiern gesungen wurde. Falls ja, dann nimmt Mike's Song eine 2000 Jahre alte Tradition auf: das musikalische Erwecken der Schlafenden mitten in der Versammlung.
Das hebräische Pendant für „aufwachen" ist 'ur (עוּר) — dasselbe Verb wie in Jesaja 60,1: „Mache dich auf, werde Licht!" Das Aufwachen im Neuen Bund ist nicht Ende eines Schlafes — es ist Anfang einer Sendung. Wer aufwacht, beginnt zu leuchten. Das eine geht nicht ohne das andere.
Mike's Track-Zeile „Du schläfst schon Jahre in der Kirche rum, hörst Predigten nickst und gehst wieder heim. Dein Herz ist tot dein Feuer ist aus." ist eine harte Diagnose. Aber sie ist liebevoll gemeint. Niemand wird durch Schmeichelei aufgeweckt. Yeshua wirft Wasser ins Gesicht, wenn das nötig ist (Joh 4,16-18 — die Samaritanerin am Brunnen). Dieser Track ist der laute Wecker. Yeshua leuchtet — aber er leuchtet die an, die aufstehen. Nicht die im Halbschlaf liegen bleiben. Wach auf. Das Licht wartet.
