Vielleicht der unscheinbarste, aber praktischste Track des Albums. Mike's Botschaft: du musst nichts können, um anzufangen. Du musst nur anfangen.
Das größte Hindernis vor dem Zungengebet ist die Erwartung, dass es perfekt klingen muss. Christen sitzen jahrelang da, hören Predigten über das Sprachengebet, lesen 1. Korinther 14, sehnen sich danach — und fangen nicht an, weil sie denken, sie müssten erst würdig sein oder eine besondere Salbung empfangen.
Apostelgeschichte 2,4: „Sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu reden in anderen Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen." Das griechische Verb ērxanto laleîn (ἤρξαντο λαλεῖν) — „sie fingen an zu sprechen". Sie haben angefangen. Niemand hat ihnen vorher Anleitung gegeben. Sie haben einfach den Mund aufgemacht.
Mike's Zeile: „Ich setz mich hin, ganz ohne Plan, nicht laut nicht wild — doch offen einfach da. Ich weiß nicht viel, doch eines stimmt: Du bist..." Das ist die einfachste Anweisung der Welt: setz dich hin. Sei da. Mach den Mund auf. Was rauskommt, kommt raus. Nicht bewerten. Nicht analysieren. Nicht vergleichen mit anderen.
Praktisch: 5 Minuten Stille. Augen zu. Vater im Innern wissen. Mund leise öffnen. Etwas sagen — irgendwas. Die ersten Silben werden sich peinlich anfühlen. Lass sie peinlich sein. Mach weiter. Nach 30 Sekunden beginnt sich etwas zu sortieren. Nach 3 Minuten merkst du: da geht ein Strom. Nach 7 Minuten ist eine Tür aufgegangen, die jetzt offen bleibt. Mike singt das, weil er es selbst getan hat. Wer einmal anfängt, hört nicht mehr auf — weil es einfach geht, sobald man aufgehört hat zu warten.
