Song · Lus vel Fabula

Ecclesia Lapidea (Die steinerne Kirche)

jesusTALK·2025

Ecclesia Lapidea (Die steinerne Kirche)
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Ecclesia Lapidea (Die steinerne Kirche)

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Song-Info

Interpret
jesusTALK
Album
Lus vel Fabula
Jahr
2025
Track
#7
ISRC
QT3FD2560259

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Liedtext

Nicht im Tempel nicht im Stein Sein Geist wohnt im Herzen nicht in Mauern allein Im vierten Jahrhundert ein Reich in Gefahr Das Feuer der Gläubigen brannte zu stark Sie bauten aus Steinen sie bauten Macht Doch nicht aus dem Leben das Christus entfacht Mauern aus Stein kalt und schwer Doch Gottes Geist er wirkt nicht mehr dort Ecclesia lapidea Mauern so kalt Ecclesia lapidea gebaut für Gewalt Doch Gottes Gemeinde bleibt frei Nicht aus Stein sondern lebendig dabei Sie kleideten Priester in Purpur und Gold Doch Herzen bleiben leer und kalt Die Kirche als Machtwerk ein steinernes Reich Doch Gottes Geist macht Menschen gleich Mauern aus Stein kalt und schwer Doch Gottes Geist er wirkt nicht mehr dort Ecclesia lapidea Mauern so kalt Ecclesia lapidea gebaut für Gewalt Doch Gottes Gemeinde bleibt frei Nicht aus Stein sondern lebendig dabei Lebendige Steine Ein Leib ein Geist Kein Tempel der Toten Nur Leben das bleibt Sie bauten Kathedralen doch leer ihr Klang Ein Echo aus Stein das niemals sang Doch wo zwei und drei in seinem Namen stehn Da wird sein Reich lebendig erstehn Ecclesia lapidea Mauern so kalt Ecclesia lapidea gebaut für Gewalt Doch Gottes Gemeinde bleibt frei Nicht aus Stein sondern lebendig dabei Nicht Mauern nicht Stein Sein Tempel sind wir Ein Volk aus Leben Ein ewiges Hier

Über den Song

Brillanter Track-Titel mit doppelter Wortsymbolik. Ecclesia ist das griechische ekklēsía (ἐκκλησία, „Heraus-Gerufene") in lateinischer Form — der ursprüngliche neutestamentliche Begriff für die Gemeinde. Lapidea kommt von lapis (Stein) — die steinerne Kirche. Gemeint ist nicht die architektonische Steinheit, sondern die innere Versteinerung.

Mike spielt mit Hesekiel 36,26 — dem Vers, der das neue Herz verspricht: „Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben." Im hebräischen Original: lev ha'even (לֵב הָאֶבֶן — „Herz aus Stein") soll durch lev basar (לֵב בָּשָׂר — „Herz aus Fleisch") ersetzt werden.

Die Ecclesia, die zur Lapidea wurde, ist eine Kirche, die geistig wieder ein Stein-Herz angenommen hat. Sie hat das Pfingst-Feuer der ersten Christen verloren und ist zu einer institutionellen Steinheit erstarrt. Was Apostelgeschichte als lebendigen, beweglichen, Geist-getragenen Leib beschreibt, wurde unter Konstantin (ab 313 n. Chr.) und in den Jahrhunderten danach zu einer Staats-Religion mit allen Eigenschaften des Regnum Hominis.

Yeshua sagte zu Petrus (Mt 16,18): „Auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen." Im griechischen Original sind zwei Worte mit Bedeutung: Petrus heißt Pétros (Πέτρος — „Stein, Felsbrocken"), Yeshua sagt aber: auf diesen pétran (πέτραν — „Felsen, Felsmassiv"). Yeshua baut nicht auf Petrus als einzelnen Stein, sondern auf das, was Petrus eben bekannt hatte (Mt 16,16): „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes." Der Felsen ist das Bekenntnis, nicht der Mann.

Die spätere Kirche hat den Vers anders gelesen — und Petrus zum Felsen erklärt, auf dem die institutionelle Hierarchie aufgebaut wurde. Die Ecclesia Lapidea war geboren: eine Gemeinde, die ihr Fundament auf einen Menschen statt auf das Bekenntnis legt. Daraus folgten 1700 Jahre Streit über Apostolische Sukzession, Päpste, Hierarchien, Sakraments-Theologie.

1. Petrus 2,4-5 — Petrus selbst korrigiert diese Verwechslung: „Zu welchem ihr gekommen seid als zu dem lebendigen Stein … und auch ihr als die lebendigen Steine erbaut werdet zum geistlichen Haus." Der lebendige Stein ist Christus. Wir sind lebendige Steine — beweglich, atmend, geistgetragen. Nicht versteinert. Nicht institutionell starr.

Mike's Track ruft zur Reformation in tieferem Sinn als Luther. Luther reformierte die Theologie. Mike's Track ruft zur Reformation der Form: zurück zur lebendigen Ecclesia, weg von der Lapidea. Praktisch heißt das nicht „verlasse die Kirche". Es heißt: sei nicht selbst zur Lapidea geworden. Lass dein Herz Fleisch sein. Lass die Gemeinde, in der du bist, sich erneuern können. Wenn sie es nicht kann oder will, finde lebendige Steine, mit denen das geistliche Haus weitergebaut werden kann — auch außerhalb der etablierten Mauern.