Epheser 1,4. „Wie er uns auserwählt hat in ihm vor Grundlegung der Welt, dass wir heilig und untadelig vor ihm seien."
Dieser Track stellt die Zeit-Achse richtig. Im religiösen Denken: du wirst gerettet, wenn du dich entscheidest. Im Neuen Bund: deine Erwählung war vor der Schöpfung entschieden — deine Entscheidung ist die Annahme dessen, was bereits ist.
Das griechische exeléxato (ἐξελέξατο, „er hat ausgewählt") in Eph 1,4 ist Aorist Medium — eine vollendete Handlung im aktiven Sinn. Gott hat dich für sich selbst ausgewählt. Aktiv. Endgültig. Das Verb pro katabolēs kósmou (πρὸ καταβολῆς κόσμου, „vor Grundlegung der Welt") schiebt diese Wahl in eine Zeit, in der noch nichts war. Keine Galaxie. Kein Atom. Aber Gottes Liebe zu dir war schon da.
Das ändert alles. Du bist nicht der Initiator deiner Geschichte mit Gott. Er war es zuerst (1. Joh 4,19: „Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat."). Du sagst nicht „Ja" zu einem zögernden Gott, der hofft, dass du dich entscheidest. Du sagst „Ja" zu einem Vater, der dich seit der Ewigkeit erwartet hat.
Die theologische Tradition hat dieses Thema „Prädestination" oft mit Schwere und Angst besetzt. Wer ist „auserwählt", wer nicht? Das ist meistens die falsche Frage. Die Schrift fragt nicht: „Bin ich auserwählt?" — sie verkündet: „Du bist auserwählt" als Tatsache, die du annehmen darfst. Paulus' Briefe sind an „die Auserwählten" geschrieben — und er meint damit jeden, der in Christus ist.
Mike's Song bringt das in tanzbare Form. Der englische Refrain „Chosen before time, chosen before time" ist Repetition mit Absicht: deine Erwählung ist nicht eine einmalige Aussage, die du dir merken musst. Sie ist eine Realität, die du immer wieder in dich hineinsingen darfst. Bis sie in dir wohnt. Bis du nicht mehr fragst, ob du auserwählt bist. Bis du bist.
