Gesetz und Gnade. Ist das Gesetz abgeschafft? Was bedeutet Gnade? Wo beginnt der neue Bund?
Viele Menschen verstehen Gnade so: Gott ist nett. Er vergibt. Alles gut.
Biblisch ist Gnade tiefer.
Im Hebräischen gibt es Worte, die diesen Gedanken tragen.
Chen bedeutet Gunst und Wohlwollen.
Chesed beschreibt Treue und beständige Liebe im Bund.
Gnade meint damit mehr als Vergebung.
Gnade stellt wieder her.
Gnade setzt neu ein.
In Position, Identität und Beziehung.
Ein Bild dafür ist der verlorene Sohn in Lukas, Kapitel fünfzehn.
Der Sohn kommt zurück. Er bekommt den Ring. Er bekommt Sandalen. Er bekommt den Mantel. Das sind Zeichen von Würde und Vollmacht. Er steht wieder als Sohn da.
Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade um Gnade. Johannes, Kapitel eins, Vers sechzehn.
Im neuen Bund ist Gnade kein Wegsehen.
Gnade ist ein Wechsel der Herrschaft.
Du warst tot. Du wirst lebendig. Du wirst neu gemacht.
Epheser sagt: mitversetzt in die himmlische Welt. Epheser, Kapitel zwei, Vers sechs.
Römer sagt: Die Sünde wird nicht herrschen über euch, denn ihr seid unter Gnade. Römer, Kapitel sechs, Vers vierzehn.
Was ist das Gesetz.
Im Hebräischen meint Torah Weisung und Zielrichtung.
Es ist Gottes Instruktion für Leben.
Im alten Bund wurde das Gesetz gegeben in einen Rahmen, in dem Menschen versuchten, durch Halten von Geboten gerecht zu werden.
Römer sagt: Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. Römer, Kapitel drei, Vers zwanzig.
Das Gesetz zeigt, was fehlt. Es gibt aber nicht die Kraft, die fehlt.
Was tat Jesus mit dem Gesetz.
Jesus sagt: Ich bin gekommen, um zu erfüllen. Matthäus, Kapitel fünf, Vers siebzehn.
Er lebte es vollkommen.
Er erfüllte es vollständig.
Er trug den Anspruch bis ans Kreuz.
Am Kreuz sagt Jesus: Es ist vollbracht. Johannes, Kapitel neunzehn, Vers dreißig.
Darum lebt ein Christ im neuen Bund in Christus.
Das bedeutet: Christus lebt im Menschen. Daraus entsteht neues Wollen. Daraus entsteht neues Handeln.
Römer sagt: Das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich frei gemacht vom Gesetz der Sünde und des Todes. Römer, Kapitel acht, Vers zwei.
Das ist der Wechsel: Forderung wird ersetzt durch Befähigung.
Gnade schafft Leben im Inneren.
Und aus diesem Leben wächst Frucht.
Gnade bedeutet: Du kämpfst nicht um Gerechtigkeit. Du lebst aus Gerechtigkeit.
Die Identität kommt zuerst. Das Verhalten folgt.
Was Gnade nicht ist.
Gnade ist keine Erlaubnis, im Alten weiterzugehen.
Gnade ist keine Betäubung.
Gnade ist keine oberflächliche Nettigkeit.
Titus sagt: Die Gnade Gottes ist erschienen und erzieht uns. Titus, Kapitel zwei, Verse elf bis zwölf.
Gnade verändert. Sie formt. Sie bringt Klarheit.
Fazit.
Der neue Bund ist ein neuer Anfang.
Er beginnt mit Gnade.
Diese Gnade ist teuer erkauft.
Sie setzt dich ein als Sohn, als Tochter, als Miterbe.
Mit Zugang. Mit Würde. Mit Vollmacht.
Der Kern ist: Du stehst nicht unter Gesetz. Du lebst in Christus.