Gültig oder erfüllt. Gnade oder Gesetz. Und was hat Jesus damit gemacht.
Zuerst die Frage: Für wen wurden die Zehn Gebote gegeben.
Gott sagt: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten geführt hat, aus dem Haus der Knechtschaft. Zweiter Mose, Kapitel zwanzig, Vers zwei.
Die Zehn Gebote wurden in diesem Zusammenhang an Israel gegeben, nach dem Auszug aus Ägypten. Sie gehören zu einem konkreten Bund, der am Sinai geschlossen wurde. Dieser Bund ist nicht identisch mit dem neuen Bund, der durch Jesus kommt.
Darum ist der Rahmen wichtig. Man kann Regeln aus einem Bund nicht einfach in einen anderen Bund übertragen, als wäre es derselbe Vertrag. Sonst entsteht Verwirrung, weil man mit Maßstäben arbeitet, die für einen anderen Bund formuliert wurden.
Zweite Frage: Wozu dienten die Zehn Gebote.
Paulus schreibt: Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. Römer, Kapitel drei, Vers zwanzig.
Und er schreibt: Das Gesetz kam hinzu, damit die Übertretung offenbar wird. Römer, Kapitel fünf, Vers zwanzig.
Das Gesetz zeigt, woran der Mensch scheitert. Es zeigt Gottes Heiligkeit. Es zeigt, dass der Mensch aus eigener Kraft diese Heiligkeit nicht erreicht.
Paulus sagt auch: Der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig. Zweiter Korinther, Kapitel drei, Vers sechs.
Damit ist nicht gemeint, dass Gottes Gebote schlecht wären. Gemeint ist: Das Gesetz stellt eine Forderung. Und die Forderung bringt Schuld ans Licht, wenn sie gebrochen wird.
Jakobus formuliert es so: Wer das ganze Gesetz hält und doch in einem Punkt strauchelt, ist am Ganzen schuldig. Jakobus, Kapitel zwei, Vers zehn.
Dritte Frage: Was tat Jesus mit dem Gesetz.
Jesus sagt: Ich bin gekommen, um zu erfüllen. Matthäus, Kapitel fünf, Vers siebzehn.
Er erfüllte das Gesetz vollständig. Und am Kreuz sagt er: Es ist vollbracht. Johannes, Kapitel neunzehn, Vers dreißig.
Das bedeutet: Der Anspruch des Gesetzes ist erfüllt. Die Forderung ist getragen. Die Schuldfrage wird am Kreuz geklärt.
Vierte Frage: Was gilt dann heute.
Paulus schreibt: Christus ist das Ende des Gesetzes zur Gerechtigkeit für jeden, der glaubt. Römer, Kapitel zehn, Vers vier.
Und er schreibt: Er hat den Schuldschein ausgelöscht, der gegen uns war, und ihn ans Kreuz geheftet. Kolosser, Kapitel zwei, Vers vierzehn.
Der neue Bund ist nicht Stein und Forderung. Er ist Christus und Leben. Er ist das Werk Gottes im Menschen.
Jesus gibt ein Gebot, das den neuen Bund prägt: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe. Johannes, Kapitel dreizehn, Vers vierunddreißig.
Fünfte Frage: Heißt das, moralische Grenzen wären egal.
Nein. Der Unterschied liegt in der Quelle. Im neuen Bund kommt Veränderung aus dem neuen Leben. Aus dem Geist Gottes im Menschen. Aus einer neuen Identität.
Wer in Christus lebt, handelt nicht aus Angst vor Strafe, sondern aus dem, was in ihm neu geworden ist.
Sechste Frage: Welche Rolle haben die Zehn Gebote heute.
Sie zeigen, wie ernst Heiligkeit ist. Sie zeigen, dass der Mensch Rettung braucht. Sie erinnern daran, dass das Problem tiefer liegt als Verhalten.
Gott verheißt: Ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euch legen. Hesekiel, Kapitel sechsunddreißig, Vers sechsundzwanzig.
Fazit.
Die Zehn Gebote gehören zum alten Bund. Jesus erfüllte den Anspruch des Gesetzes. Der neue Bund baut auf seinem Blut und auf seinem Leben im Menschen.
Der Schwerpunkt im neuen Bund lautet: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. Kolosser, Kapitel eins, Vers siebenundzwanzig.